Waldbrände und Borkenkäfer verändern Holzqualität: Wie die Forstindustrie geschädigtes Holz nutzbar machen kann
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In den Wäldern Nordamerikas hat sich in den vergangenen Jahren eine beunruhigende Entwicklung verfestigt: Waldbrände und Insektenkalamitäten treten nicht nur häufiger und intensiver auf, sie hinterlassen auch millionenfach Holz, das für die klassische Holzverarbeitung nicht mehr ohne Weiteres geeignet ist. Ein aktuelles Review der Université Laval in Québec, veröffentlicht in Current Forestry Reports, fasst den Wissensstand zu zwei der folgenschwersten Schaderreger zusammen – dem östlichen Fichtenwickler (Choristoneura fumiferana, im Englischen Spruce Budworm, SBW) und dem Bergkiefernprachtkäfer (Dendroctonus ponderosae, Mountain Pine Beetle, MPB) – und ordnet die Folgen für die Holzverarbeitung ein.

Einleitung: Warum gestörtes Waldholz plötzlich wirtschaftlich wichtig wird

Die Zeiträume, in denen Forstbetriebe in Nordamerika auf Kalamitäten reagieren mussten, waren bisher meist kurz und regional begrenzt. Das hat sich geändert: Zwischen 2023 und 2025 haben Brände, SBW- und MPB-Ausbrüche in Kanada über 60 Millionen Hektar Wald geschädigt – eine Fläche, die größer ist als Italien. Der östliche Fichtenwickler hat in Teilen Ostkanadas Ausmaße erreicht, die laut den Autorinnen und Autoren als beispiellos gelten. Beim Bergkiefernprachtkäfer war der Höhepunkt zwar bereits in den 2000er- und 2010er-Jahren, doch die Population bleibt zyklisch und kann jederzeit wieder aufflammen. Waldbesitzer und Sägewerke stehen damit vor der Frage, was mit den Massen an totem, beschädigtem oder qualitativ verändertem Holz geschehen soll.

So wurde geforscht

Das Autorinnenteam um Garcia, Duchesne und Giasson wertete bestehende Studien zur Holzeigenschaftsentwicklung nach Bränden und Insektenbefall aus. Schwerpunkt waren physikalische und mechanische Kennwerte wie Holzfeuchte, Permeabilität, Sprödigkeit sowie die Häufigkeit typischer Defekte wie Insektenfraßgänge, Bläue, Fäulnis und Risse. Ergänzend betrachteten sie aktuelle Verarbeitungsversuche in der Schnittholz- und Plattenindustrie sowie bei ingenieurholzbauteilen.

Die wichtigsten Ergebnisse

Holzfeuchte sinkt drastisch nach Schädigung. Nach Brand oder Käferbefall fällt die Holzfeuchte deutlich unter den für die Verarbeitung üblichen Bereich. Das ist ein zweischneidiges Schwert: Für manche Trocknungsprozesse ist das vorteilhaft, beim Sägen und bei der Weiterverarbeitung führt die niedrige Feuchte aber zu erhöhter Splitter- und Rissbildung. Die Studie zeigt, dass die Feuchtewerte brandgeschädigten Holzes teilweise um mehr als 50 Prozent unter denen gesunder Bäume liegen.

Defektrate steigt mit der Verweildauer im Wald. Je länger geschädigtes Holz ungenutzt im Bestand bleibt, desto stärker verändern sich seine Eigenschaften. Während Insektenholz anfangs oft noch vergleichbare Festigkeitswerte liefert wie gesundes Holz, nimmt die mechanische Belastbarkeit nach mehreren Monaten bis Jahren deutlich ab. Bläuepilze, Weißfäule und Rissbildung setzen dem Material zusätzlich zu.

Herkömmliche Massenprodukte verlieren Eignung. Schnittholz, Brettschichtholz (BSH) und Furnierschichtholz (LVL) verlangen hohe Ausbeutegrade und definierte Festigkeitsklassen. Stärker geschädigtes Holz erreicht diese Anforderungen oft nicht mehr und fällt aus der hochwertigen Kette heraus.

Alternative Produkte bieten Chancen. Die Autorinnen und Autoren zeigen, dass gestörtes Holz in Plattenerzeugnissen wie Spanplatten, Faserplatten oder Oriented Strand Boards (OSB) weiterhin einsetzbar ist – allerdings nur in begrenzten Anteilen oder in hybriden Mischungen mit gesundem Holz. Auch für Brettsperrholz (CLT, Cross-Laminated Timber) sehen sie Potenzial, sofern Sortierung und Fertigung an die veränderten Eigenschaften angepasst werden.

Was das für die Praxis bedeutet

Für Forstbetriebe heißt das: Die Zeit zwischen Schädigung und Holzernte ist wirtschaftlich entscheidend. Wer Kalamitätsholz möglichst rasch einschlägt, sichert die Holzqualität und eröffnet den Weg in höherwertige Verwertungspfade. Wer hingegen zu lange wartet, kann den Rohstoff oft nur noch in minderwertige Kanäle lenken. Zusätzlich gewinnen Investitionen in angepasste Sortier- und Trocknungstechnik an Bedeutung, weil die Standardprozesse auf Kalamitätsholz oft nicht mehr passen.

Limitations und offene Fragen

Das Review betont, dass viele Studien auf nordamerikanischen Verhältnissen beruhen und nur eingeschränkt auf mitteleuropäische Wälder übertragbar sind. Auch die zeitliche Dynamik der Holzeigenschaftsveränderung ist bislang nicht für alle Schaderreger gleich gut dokumentiert. Offen bleibt, wie sich der zunehmende Trockenstress unter dem Klimawandel auf die Interaktion zwischen Insektenbefall und Holzqualität auswirken wird.

Quelle: Garcia R, Duchesne I, Giasson LD, Cloutier A (2026): Processing and End-Uses of Wood Affected by Forest Fires, Eastern Spruce Budworm and Mountain Pine Beetle Outbreaks. Current Forestry Reports. DOI: 10.1007/s40725-026-00273-z


Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und dient der allgemeinen Information. Keine Rechts- oder Beratungsempfehlung.