Ungleichmäßige Blattsterblichkeit: Warum Bäume bei Dürre fleckenweise absterben
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Einleitung: Warum diese Frage relevant ist

Dürre verursacht bei Bäumen oft ein fleckenhaftes Absterben von Blättern innerhalb derselben Baumkrone – manche Bereiche vertrocknen, während andere grün bleiben. Dies widerspricht der vereinfachenden Annahme, dass ein whole Baum simultan auf Wassermangel reagiert. Die Mechanismen hinter dieser räumlichen Variabilität waren bisher kaum verstanden, obwohl sie für die Modellierung von Waldsterblichkeit unter Klimawandel zentral sind. Forscher der University of Western Australia und weiterer Institutionen untersuchten deshalb, welche Blatt- und Kronenmerkmale diese Heterogenität erklären.

So wurde geforscht

Das Team untersuchte 37 Bäume dreier Arten (Eucalyptus delegatensis, Eucalyptus obliqua und Eucalyptus regnans) an vier Standorten in Südostaustralien. Die Studie kombinierte anatomische Messungen von Blattgefäßen (Hydraulik), Blattstruktur und Wasserpotenzial-Messungen mit räumlich aufgelösten Sterblichkeitskartierungen innerhalb der Kronen. Konkret wurden pro Baum 15–20 Blattproben aus verschiedenen Kronenpositionen entnommen und deren hydraulische Leitfähigkeit, Blattfläche und Trockenmasse analysiert. Der Beobachtungszeitraum umfasste eine ausgeprägte Dürreperiode von 2019–2020 mit drei aufeinanderfolgenden Trockenjahren.

Die wichtigsten Ergebnisse

Erstens: Die obere Kronenhälfte verlor durchschnittlich 58 % ihrer Blattfläche, während die untere nur 22 % verlor – die Position innerhalb der Krone war der stärkste Prädiktor für Sterblichkeit. Zweitens: Blätter in exponierten oberen Kronenpositionen wiesen eine um 31 % geringere hydraulische Leitfähigkeit pro Blattfläche auf als solche im Kroneninneren, was sie vulnerabler für Wasserstress macht. Drittens: Diexerten Blätter zeigten eine signifikant höhere Blattdicke und höhere Xylem-Durchmesser – Merkmale, die auf eine Anpassungsstrategie hindeuten, aber bei extremer Dürre die Vulnerabilität erhöhen. Viertens: Die räumliche Verteilung der Blattsterblichkeit folgte einem klaren Muster von oben nach unten, das sich mit dem Vertikalgradienten im Wasserpotenzial deckte – nicht mit der Sonneneinstrahlung wie zuvor vermutet. Fünftens: Der Schwellenwert für das Einsetzen fleckenweiser Mortalität lag bei einem mittleren Blattwasserpotenzial von −4,2 MPa, unterhalb dessen die Sterblichkeitsrate exponentiell anstieg.

Was das für die Praxis bedeutet

Für Waldbewirtschafter und Forstwirte zeigt die Studie, dass einfache binäre Modelle (Baum tot/lebendig) die tatsächliche Dürrreantwort deutlich unterschätzen. Bäume können Teile ihrer Krone verlieren und dennoch überleben – Kronenarchitektur und die Fähigkeit zur Regeneration beeinflussen die Überlebenswahrscheinlichkeit maßgeblich. Bei der Planung von Dürrre-Monitoring sollte die obere Kronenhälfte priorisiert werden, da sie den stärksten Stressindikator liefert. Für Baumpflanzungen in Dürrre-gefährdeten Regionen empfiehlt die Studie, Arten mit hoher hydraulischen Sicherheitsmarge in der oberen Krone zu bevorzugen.

Limitations & offene Fragen

Die Studie beschränkt sich auf drei Eucalyptus-Arten in Australien – die Übertragbarkeit auf europäische Baumarten wie Fichte oder Buche ist nicht direkt gegeben. Der Mechanismus der Regeneration von Kronenteilen nach Dürre wurde nicht untersucht, ebenso wenig wie die Auswirkungen wiederholter Dürreperioden auf die Akkumulation von Kronenschäden. Offene Fragen betreffen die genetische Komponente der hydraulischen Heterogenität und ob Züchtung auf homogenere Kronenstrukturen die Dürrretoleranz erhöhen könnte.

Quellenangabe

Mehta, P. et al. (2026): Within crown leaf variation: a driver of heterogeneous leaf death during drought. Tree Physiology. DOI: 10.1093/treephys/tpag075


Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und dient der allgemeinen Information. Keine Rechts- oder Beratungsempfehlung.